Die Cuevas del Drach, auf Deutsch Drachenhöhlen, liegen am südlichen Rand von Porto Cristo an der Ostküste Mallorcas und zählen zu den meistbesuchten Ausflugszielen der Insel. Ihren Namen verdanken sie nicht, wie oft behauptet, einem Fluss, sondern einer mittelalterlichen Legende: Piraten und Tempelritter sollen hier angeblich Schätze versteckt haben, bewacht von einem Drachen. Schon 1339 schickte man Soldaten los, um diesen Schatz zu suchen, damit begann die eigentliche Erforschung der Höhle.
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Von der Legende zur Touristenattraktion
Systematisch kartiert wurde die Höhle erst viel später. 1880 erkundete ein deutscher Höhlenforscher erste Teile, 1896 folgte im Auftrag von Erzherzog Ludwig Salvator der französische Speläologe Édouard-Alfred Martel, der auch den unterirdischen See entdeckte, der heute seinen Namen trägt. 1922 kaufte der Mallorquiner Joan Servera Camps das Gelände rund um den Höhleneingang und ließ in den folgenden 13 Jahren Wege, Treppen und ein Beleuchtungssystem anlegen, entworfen vom katalanischen Ingenieur Carles Buigas, der später als „Magier des Lichts“ bekannt wurde. 1935 öffnete die Höhle erstmals für Besucher.
Vier Höhlen, ein See
Was als „die Drachenhöhle“ bekannt ist, besteht tatsächlich aus vier miteinander verbundenen Höhlen: Cueva de los Franceses, Cueva de Luis Salvador, Cueva Blanca und Cueva Negra. Der begehbare Rundweg ist etwa 1,2 Kilometer lang und führt bis zu 25 Meter unter die Erdoberfläche, bei einer Innentemperatur zwischen 17 und 21 Grad, je nach Jahreszeit, und einer Luftfeuchtigkeit von rund 80 Prozent. Wer im Sommer kommt, sollte trotzdem eine leichte Jacke einpacken, unter der Erde bleibt es kühl, egal wie heiß es draußen ist.
Herzstück der Anlage ist der Lago Martel, mit rund 170 Metern Länge, bis zu 30 Metern Breite und einer Tiefe zwischen 4 und 14 Metern einer der größten unterirdischen Seen der Welt und der größte in Europa. Das Wasser ist leicht salzig, ein Beleg für seine unterirdische Verbindung zum Mittelmeer.
Das Konzert am See
Seit der Eröffnung 1935 gehört zu jeder Besichtigung ein rund zehnminütiges Live-Konzert auf dem See: ein Quartett aus Cello, Cembalo und zwei Violinen spielt klassische Stücke, während die Musiker in beleuchteten Ruderbooten über das dunkle Wasser gleiten. Nach dem Konzert simuliert eine Lichtshow eine Morgendämmerung, danach kann man den See selbst mit dem Boot überqueren oder über eine Brücke zum Ausgang gehen. Fotografieren und Filmen sind während des Konzerts untersagt.
Praktische Hinweise
Die Höhle ist ganzjährig geöffnet, außer am 25. Dezember und 1. Januar, mit saisonal unterschiedlichen Führungszeiten, im Winter meist vier, im Sommer bis zu sieben Führungen täglich. Der gesamte Besuch dauert etwa eine Stunde. Empfehlenswert sind feste, rutschfeste Schuhe, da die Wege in der Höhle stellenweise nass und glatt sind, offene Schuhe eignen sich hier nicht. Wichtig für Gäste mit Mobilitätseinschränkungen: Die Höhle ist nicht barrierefrei. In der Hauptsaison sind die Führungen oft ausgebucht, eine Reservierung im Voraus lohnt sich.





